CHEMISCHE VORBEHANDLUNG
BEIZEN
Unter Beizen wird die Entfernung von Rost, Zunder und Oxidhäuten von Bauteilen verstanden.
Wann muss gebeizt werden?
Rost, Zunder oder Oxidhäute sind Haftungsverhinderer unter Oberflächenschichten. Für die Weiterverarbeitung sind solche Rückstände sicher zu entfernen. Man könnte hier auch mittels Strahlen vorgehen, aber es gibt Bauteile, die aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht gestrahlt werden können. Hier bietet sich eine Beize als Möglichkeit an.
Warum sind Oberflächen beispielsweise verrostet oder verzundert?
Rost ist das Ergebnis der Oxidation von Eisen an Luftsauerstoff. Dabei wandelt sich die oberste Schicht des Eisens unter Volumenvergrößerung in Eisenoxid um. Ähnlich spielt sich der Vorgang bei anderen Metallen ab. Jeder Oxidationspunkt ist ein Ausgangspunkt für eine weitergehende Oxidation, deshalb muss vor einer Weiterbearbeitung jede noch so kleine Oxidationsstelle entfernt werden.

Zunder ist ebenfalls eine Oxidationsart und entsteht durch äußere Einflüsse von außen auf die Werkstücke. Zunder entsteht durch das Walzen, beim Schweißen an den Rändern der Schweißnaht oder auch beim Laserschneiden von Blechen. Auch Zunder muss entfernt werden.

Welche Möglichkeiten der Beize gibt es?
Es ist uns keine Möglichkeit der Spritzbeize bekannt, die aktiv genug wäre, um Rost und Zunder sicher zu entfernen. Da Beizlösungen sehr aggressiv sind, würde die benutzte Anlagetechnik sehr stark unter dem Verspritzen leiden.
Wir setzen Tauchbeizlösungen ein. Dazu ist unsere Anlage mit zwei Beizbädern, die im Wechsel angefahren werden können, ausgestattet. Die mittlere Beizzeit beträgt bei Stahl ca. 10 Minuten, bei Aluminium ca. 3 Minuten. Nach dem Beizprozess müssen die Bauteile in einer kaskadierenden dreifach - Spüle abgespült werden, damit die Oxidation nicht sofort wieder einsetzt.
Zu den Kapiteln
Zinkphosphatieren
Chromatieren
Entfetten
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